19. Juni
gespräch am vorabend
„Ach komm schon. Ich sehe da kein grosses Problem. Im Vergleich zu Peter Imberg ist Konrad Unterboden kein Fels. Der hält unserem Druck nicht stand, egal was er vorhat.“ Das beruhigt Franz Magma nur wenig: „Sei doch mal ehrlich Rahel, das gibt ein Desaster. Wenn dieser Abend nicht glimpflich verläuft, dann will ich nicht mehr dabei sein. Weißt du, früher war die CJB eine ganz tolle Sache. Heute scheint mir der Verein ausglaugt, als hätte man ihm den wichtigsten Inhalt entzogen. Peter und Konrad, sie beide haben die chthonisch juvenalische Bagasse in den letzten Jahren total verbittert. Und Peter behauptet dazu noch stein und fest mit seinem verhassten Lächeln, dass der Verein dort sei, wo er hingehöre.“
Rahel Lockererde ist ein wenig erstaunt über Franz Imbergs Wut. Da scheint sich eine ganze Menge aufgestaut zu haben. Doch sie will sich davon nicht beirren lassen. Sie ist sich sicher, dass es gut kommen wird. Konrad Unterboden ist nun mal wirklich kein Fels, der wird schon nachgeben. Sie versucht Franz Magma zu beruhigen: „Denk doch nicht immer daran. Ich vertraue darauf, dass sich alles zum Richtigen wendet. Das könntest du auch, wenn du dir bloss nicht dauernd die Feindschaft zu Peter in den Kopf setzen würdest. Ich finde ihn ja auch nicht sympathisch, aber deswegen brauche ich mich nicht nach jeder Sitzung derart aufzuregen. Jetzt lass uns die Generalversammlung doch einfach einmal abwarten. Dort werden wir ja sehen, was sich machen lässt.“
Für Franz Magma ist es ein Glück, dass Rahel Lockererde heute da ist. Ohne sie hätte er mühe, wieder klar zu denken. Immer wenn er mit Peter Imberg spricht, bleibt er jeweils ruhig. Gegenüber seinem früheren Freund ist er noch nie ausgebrochen. Doch wenn ihm später wieder sein letztes Gespräch mit Peter Imberg einfällt, dann steigert er sich immer wieder in eine unglaubliche Wut hinein. Manchmal denkt er, dass es vielleicht plötzlich doch geschieht; er wird sich eines Tages nicht mehr beherrschen können, wenn Peter Imberg und er zusammen sind. Doch gegenüber einem ehemaligen Freunden, wie diesem, will er dies verhindern. Rahel Lockererde mit ihrer offenen Art ist ihm dabei eine wichtige Stütze.
„Ich gehe nun nach Hause“, sagt sie. „Wir sehen uns ja morgen an der GV. Und denk daran: Es kommt gut. Und im Notfall wird mir eine Lösung einfallen. Peter und Konrad werden endlich merken, wer die chthonisch juvenalische Bagasse wirklich verkörpert. Du, ich und die anderen, wir werden den Verein endlich nach unseren Vorstellungen gestalten können. Auch du solltest darin ein Grund zur Freude sehen!“
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